Das älteste papierähnliche Material ist der Papyrus, der in Ägypten seit Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. hergestellt wurde, außerordentlich reißfest und als Schreib- oder Zeichenunterlage geeignet war. Die einzelnen Blätter konnten zu Rollen von beliebiger Länge zusammengeklebt werden. Mit dem Ende der Antike verlor der Papyrus an Bedeutung. Als Ersatz benutzte man nun jahrhundertelang Pergament aus Tierhäuten, was Bücher zu Luxusgegenständen machte. Das Papier wurde von den Chinensen um 100 n.Chr. erfunden und aus einem Faserbrei von Seidenabfällen, später aus Lumpen oder Baumwolle hergestellt. Ab Mitte des 8. Jahrhunderts produzierte man in Samarkand aus Leinengewebe das Chorosaner Papier, und wenig später gab es in Bagdad Fabriken für Kanzleipapier. Seit dem 10. Jahrhundert wurde Papier aus Damaskus als Carte Damascena auch in Byzanz, Palermo, Venedig und Genua bekannt. Aus zerstoßenen Leinenlumpen und Stärke schöpften die Araber in Kairo und Marokko mit feinen Drahtnetzen ein meist zart getöntes Velin Papier. Als Carta Turcha blieb Papier in Mitteleuropa lange ein Importartikel, bis 1276 in Fabriano, später in Padua und Treviso, 1338 in Troyes und 1389/90 in Nürnberg Papiermühlen entstanden. Im 15. Jahrhundert wurde die Spindelpresse zum Glätten des Papiers eingeführt. Mit der rapide fortschreitenden Technologischen Entwicklung der Papierherstellung bis zur Rückgewinnung der Fasern aus Altpapier (1774) und der Langsiebmaschine (1799) entstand auch eine enorme Vielfalt an Papiersorten. Sie reicht von der Carta Azzurra bis zu den zart getönten und feingerippten Ingres-Papieren, die für Kreide- und Pastellzeichnung bevorzugt wurden. Japan-Papier wurde aus der Rinde des Papier-Maulbeerbaumes im Hausgewerbe hergestellt, ist leicht, weich, langfaserig und außerordentlich reißfest. heute wird es in Europa aus Zellulose imitiert. Die alten Papierformate ergaben sich aus der drei mal zwei Handspannen messenden Gösse des Schöpfrahmens. Seit 1926 richtet sich das Industrie-Papier nach dem DIN-Schema von A0 (841 x 1189 mm) und den daraus resultierenden Teilformaten.